Kathrin Becker ist Kuratorin und Publizistin in Berlin. Sie leitet derzeit das Video-Forum des Neuen Berliner Kunstvereins.
Nach ihrem Studium der Kunstgeschichte und der Slawistik in Bochum, Moskau und St. Petersburg und einem zweijährigen Aufenthalt in der ehemaligen Sowjetunion und Russland. 1989-1991 begann Kathrin Becker als freie Kuratorin zu arbeiten. Während zahlreiche ihrer frühen Ausstellungsprojekte auf den Kulturaustausch mit der ehemaligen Sowjetunion und Russland fokussierten (unter anderem „Dellbrügge/de Moll: Kunstkonsumentenprofile“, CAC Moskau 1994; „Stalin’s Choice – Soviet Socialist Realism 1932-1956“, P.S. 1 Museum/The Institute of Contemporary Art, New York 1993; „Neues Moskau“, ifa-Galerien Berlin, Stuttgart, Bonn 1999/2000;), entwickelten Präsentationen wie die Ausstellungsreihe „The Institute of Theore(c)tical Painting“ (Kunst-Werke Berlin 1994-1995) und eine ganze Serie von Ausstellungen zur Interferenz von Hoch- und Massenkultur in der Kunst der frühen 1990er (z. B. „art club berlin“, Art Forum Berlin 1997; „Can you hear me? 2nd Ars Baltica Triennial of Photographic Art“, CAC Vilnius, Kunst Haus Dresden und andere Orte 1999-2001) einen zunehmend internationaleren Anspruch. 2001 übernahm Becker die Leitung des Videoforums im Neuen Berliner Kunstverein (NBK), eines mittlerweile über 1300 Titel umfassenden Videoarchivs von den Anfängen der Videokunst bis in die unmittelbare Gegenwart. Neben der Digitalisierung der Bestände verantwortete sie zahlreiche Ausstellungsprojekte und Kooperationen mit Institutionen in Ost- und Westeuropa, Asien, den USA und Mexiko.
In den letzten Jahren beschäftigte sich Becker zunehmend mit Fragen der gesellschaftlichen Bedingtheit und den politischen Dimensionen von Kunst. Interessanter als dokumentaristische oder anti-repräsentative Strategien erscheinen ihr hierbei die Möglichkeiten einer Verschränkung von Visualität und ideologischer Gestimmtheit, wie sie z.B. in Projekten wie „Masulinities“, oder „displaced. Interventionen/Interaktionen im öffentlichen Raum“ (beide Berlin 2005), „Artur Zmijewski: Ausgewählte Arbeiten“ (Berlin 2007) oder „No more bad girls?“ (Wien und Bergen/Norwegen, 2010) sichtbar werden. 2009 erhielt sie ein „Recherche-Reise-Stipendium für Deutsche Kuratoren“ des Goethe-Instituts München und unternahm eine ausgedehnte Reise in den Iran, nach Pakistan und Indonesien. Kathrin Beckers Ausstellungen sind meist von Publikationen oder weiterführenden Essays begleitet.